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Historisches Mühlengebäude gleich nebenan...

 

...nur wenige Schritte entfernt, gleich nebenan in Richtung Unstrutufer, treffen Sie auf das Grundstück der ehemaligen Klingemühle. In dem typischen Fachwerkbau, etwas abseits der Straße gelegen, haben über viele Jahrhunderte hinweg die Müller das Korn gemahlen.

Die Geschichte der Mühlhäuser Klingenmühle

 (U.a.: Auszüge aus Dieter Fechner: Brennender Schinken flog durch die Mühle, TLZ 17.5.1997, Frank Schulz: Mühlhäuser Mühlen, Mühlhäuser Archiv)

 Das Müllergewerbe stand einst in Mühlhausen in hoher Blüte, zumal Popperöder Bach, Breitsülze und Unstrut insgesamt 28 Mühlen antrieben. Die Klingenmühle, in der heutigen Friedrich-Engels-Straße 21, die früher außerhalb der Stadt, östlich der Georgikirche lag, zählte zu den vier  Mühlen am einst offenen Mühlgraben: Feld-, Burg-, Kreuz- und besagter Klingemühle.

 

 

 

 

Historisches

Im 16. Jahrhundert wurde die Klingenmühle auch Frohnmühle genannt. Sie war immer eine Mahlmühle und mit ihr verbunden war eine Ölmühle. Im 18. Und 19. Jahrhunder wurde Sie zudem als Lederwalk- und Lohmühle genutzt. 1785 wurde sie abgebrochen und wieder zur Ölmühle umgebaut (Hermann Aderhold). Brände und Hochwasser richteten mehrfach in der Klingemühle beachtliche Schäden an. Am 22. Februar 1567 brannten die Klingenmühle und die Scheune nieder.

Beim Stadtbrand am 14.April 1660 brannte auch sie ab, obwohl sie damals außerhalb der Stadt lag. Es heißt durch Flugfeuer und einen brennenden Schinken, der in die Mühle geflogen sei, wurde sie zerstört. Im Jahr 1600 geschah in der Klingenmühle ein Mord.  1813 ertrank ein Knecht bei einem Hochwasser am Wagenstedter Tor, als er seinen Wagen waschen wollte. „Den halben Wagen fand man bei der Klingenmühle, den toten Knecht bei Görmar auf“ (Hermann Aderhold).

 

 Der letzte Müller der Klingenmühle

Im Jahr 1910 kaufte der aus Schlesien stammende Müllermeister Alfred Herold die Klingenmühle. Er begeisterte sich schnell für die Stadt Mühlhausen und ihr historisches Ambiente. Er war einerseits Müller mit Leib und Seele und andererseits ein an Künsten interessierter Mensch und pflegte Kontakte zu Künstlern der Stadt wie dem aus Kassel stammenden Kunstmaler Otto Thomascek, der die Klingemühle mehrfach malte. Alfred Herold führte die Klingemühle bis in das Jahr 1936, verkaufte sie an August Pabst, mit diesem Verkauf endete die Müllerei in der Klingenmühle.

 

 

 

 Eine Strickerei wurde gegründet

Der Junggeselle August Pabst heiratete Marie Seelig, die ihn veranlasste eine Strickerei im Mühlengebäude einzurichten. Anfangs arbeiteten durchschnittlich 12 Mitarbeiter im Betrieb. Pabst ließ eine Turbine zur Stromerzeugung einbauen und stellte nebenbei Roheis für Brauereien, Fleischereien und Krankenhäuser her. Mitte der fünfziger Jahre übertrug Pabst die Stickerei an seinen Neffen Herbert Faupel, der im Jahr 1958 den Privatbetrieb in eine Genossenschaft genannt: „PGH Prodeha“ umwandelte. 1972 wurde die Strickerei dem VEB Strickmoden angeschlossen, im Jahr 1984 dem VEB Mülana angegliedert.

Nach der politischen Wende erwarb Michael Neger das Grundstück und führte die Strickerei weiter. Im Jahr 2008 musste der Strickereibetrieb schließen.

 

 

Altes bewahren und Neues entstehen lassen

Das ursprünglich ca. 8.000 m² große Anwesen der Klingemühle stand im Jahr 2010 zum Verkauf. Im Zuge des Eigentümerwechsels kam es gleichzeitig zu einer Aufteilung in drei Einzel-Grundstücke. Die Freifläche entlang dem Unstrutufer, erwarb die Stadt Mühlhausen, um den Unstrutradweg an dieser Stelle weiter zu führen. Die große Produktions- und Lagerhalle des ehemaligen Strickereibetriebes wurde durch Jürgen Stude übernommen, der noch im Dezember des gleichen Jahres seinen Gebrauchtwarenhandel mit Möbeln an diesen Standort verlagerte. Das historische Mühlengebäude mit dem dazu gehörigen Nebengelass und dem großen Gartengrundstück erwarben Sabine und ihr Mann Karl Otto Kiel. Das Ehepaar Kiel wohnt seit dem Jahr 2010 im Mühlengebäude und betreibt auf dem Grundstück einen Bausanierungsbetrieb. Weiterhin ist geplant, das Gelände touristisch zu erschließen um eine Informationsmöglichkeit zu Mühlhauser Mühlen zu schaffen.

 

 

 

 

 


Telefon: 03601 425713 | kiel-muehlhausen@t-online.de